Diese Seite befindet sich noch im Aufbau. Die Inhalte werden aktuell überarbeitet.
fmg

Flora Geißelbrecht
Solo – Viola & Voice

Flora Geißelbrechts Soloprogrammen für Viola und Stimme ist eines gemein: Eine große Sensibilität für Klangforschung und Klangmischung bis in alle Feinheiten, um die Verschmelzung ihrer Stimme und ihrer Viola zu einer faszinierend nahtlosen Einheit zu erreichen. Dabei gelingt es der Musikerin – mit ihrem gut bestückten Werkzeugkasten voller experimenteller Spiel- und Gesangstechniken – aus sich und ihrer Bratsche ein Instrument zu bauen, das in Jazz, Folk und Neuer Musik gleichermaßen so vertraut wie eigenartig wirkt. In allen Fällen bleibt dieses Instrument, so elektronisch es manchmal anmutet und auch klanglich inspiriert sein mag, ein rein akustisches.

Für die Jahre 2023/24 wurde Flora Geißelbrecht mit ihren Soloprogrammen für das Auslandsförderprogramm NASOM (New Austrian Sound of Music) des österreichischen Außenministeriums ausgewählt.(…)

„Her performance felt at times like a lost Wim Wenders film. The unseeable, unnameable elements of the heavens overlap with the earthiness of her vocal and violistic tone, and the two concurrent spheres at times exist in their own dialogue.“ – Olivia Giovetti, VAN-Magazin

eins / eins
im dunkeln

Ein Set aus Eigenkompositionen, das die Musikerin auch in völliger Dunkelheit aufführen kann.

Schwingende Saiten und Stimmbänder verweben sich für diese Aufführung zu Klanggebilden, in denen sich der Ursprung der Klänge bei geschlossenen Augen oder absoluter Dunkelheit nicht mehr wahrnehmen ließe. Da rauscht das Instrument, die Stimme oder doch die Anlage? Da pfeift der Mund, die Saite oder doch die Rückkopplung? Flora Geißelbrecht schöpft aus ihren Wurzeln in den Bereichen Neue Musik, Folk, Jazz, Improvisation, Komposition und Lyrik und fügt all dies zu einem sehr persönlichen Ganzen zusammen.
Besonders geeignet für außergewöhnliche Aufführungsorte und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Programm kann völlig auf seine akustische Komponente reduziert bleiben, aber auch durch visuelle, olfaktorische, gustatorische ect. Aspekte ergänzt werden.

Viola & Voice,
Sibyls & Syllables

Ein gemischtes Programm zeitgenössischer Stücke für Viola und Stimme aus eigener und fremder Feder.

Mit diesem Programm gewann die Musikerin den internationalen Berlin Prize For Young Artists 2021.

Flora Geißelbrecht (*1994): Im Schatten verweilen

Arlene Sierra (*1970): Cricket-Viol

Sally Beamish (*1956): Buzz

Flora Geißelbrecht: Ur die Sonate! Nachgeschwitterst. 3. Satz (Scherzo)

Giacinto Scelsi (1905-1988): Manto I & III

Rudolf Jungwirth (*1955): Phönix – A Viola Song

Flora Geißelbrecht: Scots&Ire

Kaum Texte im eigentlichen Sinn finden sich in diesem Programm, stattdessen Silben und Wortfetzen, verwandelt in Grillengezirpe und Bienengesumme.
Kurt Schwitters‘ Dada-Meisterwerk „Ursonate“ wiederum erinnert mit seiner Gratwanderung zwischen Poesie und Musik besonders im Scherzo an gewisse Vogelstimmen.
Von Dada ist es dann nicht mehr weit zum religiös-spirituellen „Zungenreden“. Scelsi „Manto“ enthält die orakelhaften Gesänge einer Sibylle, offenbar in Trance. Der Komponist spezifiziert in der Partitur: „Für eine singende Bratschistin, unbedingt weiblich“ und gibt Flora Geißelbrecht die Möglichkeit, eine seltsam umschlingende weibliche Kraft auf die Bühne zu bringen.

„Geißelbrecht’s voice is, like her viola, subtle—another color in her palette to be blended and enhanced, not the vestige of an erstwhile Lulu (although Barbara Hannigan comes to mind in some of the vocal lines (…))“ – Olivia Giovetti, VAN-Magazin

Ur die Sonate! Nachgeschwitterst.

Eine Performance zwischen Musik, Poesie und instrumentalem Theater.

Ziiuu ennze ziiuu rrnzkrrmü? Rakete bee bee…

„Ur die Sonate“ für Bratsche und Stimme verwendet den Text von Kurt Schwitters Ursonate und geht all seinen musikalischen Besonderheiten mit gespitzten Ohren nach. Die Bratsche beginnt durch ausgefeilte, oft auch perkussive Spieltechniken, die den Klanglichkeiten der menschlichen Sprache abgelauscht sind, beinahe selbst zu sprechen. In Folge sind sich Bratsche und Stimme manchmal einig, treten aber auch in Streit-Dialog.

In der Komposition werden, dem Titel „Ur die Sonate“ entsprechend, der natürlich auf das Wiener „Ur“ anspielt, außerdem mit spitzen Fingern kleine wienerisch/österreichisch interpretierbare Textpassagen herausgepickt, ordentlich mit Wiener Zucker paniert und wieder zurück ins Gesamtgefüge gestellt. So wird zum Beispiel aus dem „Tuiee“ im 4. Satz ein grantiges „tua i eh!“. Im lamentierenden Largo wird mikrotonal gejodelt und der dritte Satz bringt einen angedeuteten schwungvollen Walzer aufs Tapet.